Durch Funkenentladungen in einer wässrigen Elektrolytlösung wird eine Oxidkeramikschicht erzeugt, die neben hohem Korrosions- und Verschleißschutz auch eine exzellente Dauerschwingfestigkeit aufweist. Das Kepla-Coat®-Verfahren eignet sich zur Beschichtung nahezu aller technisch interessanten Aluminiumwerkstoffe. Des weiteren sind alle Titanwerkstoffe, wie zum Beispiel Reintitan und Titanlegierungen (TiA16V4) beschichtbar. Die erzeugte Oxidschicht wächst aufgrund ihrer Volumenzunahme zu 50 % nach außen, ein Materialverzug ist nicht zu verzeichnen. Auch komplizierte geometrische Strukturen werden gleichmäßig und konturengetreu beschichtet. Kanteneffekte, die für elektrochemische Verfahren typisch sind, treten bei Kepla-Coat® nicht auf. Im Allgemeinen hat die Schicht eine grau-weiße Farbe. Durch Zusätze von Metallionen zum Elektrolyten können tiefschwarze Schichten erzeugt werden (Kepla-Coat® schwarz). Gegenüber der grau-weißen Schicht hat die schwarze Schicht eine etwas geringere Verschleißfestigkeit. Mit einer Absorption von mehr als 95 % im sichtbaren Bereich ist sie äußerst reflexionsarm. Aufgrund ihrer guten optischen Eigenschaften eignet sich die schwarze Schicht z.B. als Innenschicht von optischen Teilen und auch von Feingewinden. Kepla-Coat® schwarz ist ebenso für Wärmestrahler, für die Vakuumtechnik, für die Mikroelektronik sowie für die Luft- und Raumfahrt vorgesehen. Ein namhafter elektrotechnischer Hersteller lässt verschiedene Aluminiumbauteile für Stadionscheinwerfer nach dem Kepla-Coat® schwarz-Verfahren beschichten. Die Oberfläche widersteht den hohen Temperaturen im Scheinwerfer sowie der UV-Strahlenbelastung ohne auszubleichen (AHC Oberflächentechnik Holding GmbH, Postfach 00 21 49, D-50151 Kerpen; Internet: http://www.ahc.surface.com; e-mail: info@ahc-surface.com). .-k/dir-
Bandschweißgeräte für Rohmaterial verkürzen Produktionsstillstand
Harwi-Bandschweißgeräte der Leicht Stanzautomation GmbH verarbeiten Roh- bzw. Halbzeugbänder aller schweißbaren Legierungen im WIG-Schweißverfahren (auch Aluminium). Der wesentliche Vorteil für den Bandverarbeiter besteht darin, dass die hohen Ausfallzeiten beim Coilwechsel minimiert werden. Dauert das Anlegen eines neuen Bandes in komplexe Stanzwerkzeuge bisher oft 15 bis 30 Minuten und länger, so ist mit den neuen Schweißanlagen das abgearbeitete Band mit dem neuen in etwa 60 Sekunden verbunden. Die Produktion läuft somit fast ohne Stillstand (am laufenden Band) weiter. Für Produktionslinien mit angekoppelten Arbeitsgängen, wie beim Profilieren und Extrudieren, ist dies nicht nur ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor, sondern prozessbedingt unabdingbar. Besonderheiten der Maschine (Bandbreiten bis 260 mm) sind die kombinierte Trenn- und Schweißeinrichtung, die serienmäßige automatische Elektrodenhöheneinstellung und die Verpresseinrichtung, mit der Schweißaufwürfe geglättet werden. Die kompakte Bauweise sowie die einfache Bedienung ermöglichen den mobilen und universellen Einsatz an verschiedenen Orten innerhalb der Produktion. Für gestanzte Bänder werden Harwi-Schweißgeräte im Widerstandsschweißverfahren (WID-Serie) angeboten, um ebenfalls endlose Bänder zu erhalten (Leicht Stanzautomation GmbH, Talstraße 12/1, D-75248 Oelbronn; e-mail: info@leicht-stanzautomation.de). -hk/dir-
Die Thyssen Schulte GmbH stellte Ihr neues Auswahlprogramm auf CD-ROM zur chemischen Beständigkeit von legierten und hochlegierten Stählen anlässlich einer Pressekonferenz am 10. Mai 2001 vor. Die Thyssen Schulte GmbH verfügt in der Beratung zur Werkstoffauswahl über jahrzehntelanges Know-how. Aufgrund der vielen Beratungsgespräche erschien es sinnvoll, das Standardwissen in kompakter Form zur Verfügung zu stellen. Die Software dient dem Anwender in erster Linie als Orientierungshilfe bei der Werkstoffauswahl und kann nicht die Beratung in speziellen Fällen ersetzen. Als Zielgruppe möchte man vor allem Konstrukteure, Verfahrensingenieure, Verkäufer und Stahlhändler ansprechen. Die windowsbasierte Software ist in die Bereiche Abwasser und Abluft unterteilt und verwendet 32 Stahlsorten, die am häufigsten für die Anwendungen genutzt werden und eine hohe Verfügbarkeit auf dem Markt besitzen. Das PC-Programm bietet im Abwasserbereich rund 4.000 Beanspruchungsvarianten an. Im Bereich der Beständigkeit gegen Abgase/Abluft können rund 56.000 Beanspruchungsvarianten geprüft werden. Die chemischen und physikalischen Parameter des Mediums wie Temperatur, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Chloridgehalt oder die Belastung durch Schwefeloxide, Sulfide etc. können aus einer Auswahlliste per Mausklick eingegeben werden. Aus der Kombination dieser Parameter, auf die der Anwender individuell Rücksicht nehmen muss, ergibt sich schließlich der jeweils optimal einsetzbare Werkstoff. In der Regel wirft das Programm mehrere Werkstoffnummern aus, aus denen entsprechend Preis oder Verfügbarkeit der optimale Stahl gewählt werden kann. Aus dem Programm lässt sich noch anschließend das entsprechende Werkstoffblatt abrufen und ausdrucken. Es enthält Angaben zu den Stichworten Geltungsbereich, Anwendung und chemische Zusammensetzung, mechanische und physikalische Eigenschaften sowie Warmformgebung und Verarbeitung, insbesondere für das Schweißen. Das Programm ist sehr einfach zu benutzen und ist gegen eine Schutzgebühr von DM 245.- beim Technischen Verkauf von Thyssen Schulte in Essen erhältlich. Das Handelshaus Thyssen Schulte mit Kernkompetenzen bei Stahl, Edelstahl, NE-Metallen, Rohren und Kunststoffen bietet ein Breites Dienstleistungs- und Serviceprogramm (Werkstoffe nach Maß) an. Der Jahresumsatz von Thyssen Schulte als Tochtergesellschaft der ThyssenKrupp Materials AG (bisher ThyssenKrupp Werkstoffe GmbH) beläuft sich auf 2,9 Milliarden Euro. Es werden 5.700 Mitarbeiter mit Schwerpunkt in Deutschland beschäftigt (Thyssen Schulte GmbH, Johanniskirchstr.63y, D-45329 Essen). -Dr. B. Czeska-